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Dynamische ESG-Ratings: Wenn die EcoVadis-bewertung sinkt trotz gleicher leistung

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28.11.2025

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Warum ESG-Ratings jährlich anders funktionieren und wie Unternehmen Risiken senken

Viele Unternehmen erleben aktuell eine Abwertung ihres EcoVadis-Ratings, obwohl Policies, Maßnahmen und Kennzahlen weitgehend stabil geblieben sind. Der Grund liegt nicht in schlechterer Leistung, sondern in der relativen Logik moderner ESG-Ratings, verschärften Benchmarks und steigenden Erwartungen an Governance und Datenqualität. Dieser Artikel zeigt, warum Bewertungen fallen, was sich im System geändert hat – und wie Unternehmen strukturell gegensteuern können

Kernaussage zur relativen Abwertung

EcoVadis bewertet nicht absolut, sondern relativ gegen Peergroups. Wenn die Gesamtperformance im Markt schneller wächst als deine, fällt dein Ranking – selbst wenn deine eigenen Maßnahmen stabil oder leicht verbessert sind.

ESG-Ratings werden zur Benchmark

EcoVadis, CDP und vergleichbare ESG-Ratings haben sich in den letzten Jahren von freiwilligen Reputationssignalen zu harten Marktzugangs- und Steuerungsinstrumenten entwickelt. Für viele Unternehmen entscheiden sie heute darüber,

  • ob sie an Ausschreibungen teilnehmen dürfen,
  • ob Lieferantenbeziehungen fortgeführt werden,
  • wie Banken und Investoren Risiken bewerten.

Die Marktdynamik ist eindeutig:

EcoVadis bewertete 2024 weltweit rund 49.000 Unternehmen – ein Wachstum von über 160 % seit 2020. CDP verzeichnete im Reporting-Jahr 2023 mehr als 23.000 berichtende Organisationen, mehr als doppelt so viele wie drei Jahre zuvor.

Implikation: ESG-Ratings sind heute vergleichbare Marktinfrastruktur – und entwickeln sich kontinuierlich weiter.

Warum EcoVadis-Bewertungen trotz stabiler Leistung sinken

Viele Unternehmen reagieren irritiert, wenn sich ihr EcoVadis-Rating verschlechtert, obwohl intern „eigentlich alles gleich geblieben ist“. Genau hier liegt der Denkfehler.

EcoVadis bewertet nicht absolut, sondern relativ – und diese Logik hat sich in den letzten Jahren weiter verschärft.

Drei strukturelle Gründe für Abwertungen

  1. Relative Bewertung statt Eigentracking
  2. Entscheidend ist nicht, ob sich das eigene Unternehmen verbessert, sondern wie schnell sich die Peergroup entwickelt. Bleibt man stehen, fällt man relativ zurück.
  3. Steigende Benchmarks & Methodik-Updates
  4. Neue Gewichtungen, höhere Anforderungen an Nachweise und stärkere Ergebnisorientierung führen dazu, dass frühere „Best Practices“ heute nur noch Durchschnitt sind.
  5. Governance-Reife als Differenzierungsfaktor
  6. Unternehmen mit integrierten ESG-Strukturen reagieren schneller auf neue Anforderungen als solche mit punktuellen, dokumentationsgetriebenen Ansätzen.

Wichtig: Eine Abwertung bedeutet selten, dass ein Unternehmen schlechter geworden ist – sondern dass sich das Bewertungssystem weiterentwickelt hat.

Die stille Abwertung

Relative Bewertung

EcoVadis bewertet relativ: Wenn der Markt schneller wächst als dein Unternehmen, fällt das Perzentil trotz stabiler Leistung.

Methodik-Updates

Regelmäßige Anpassungen in EcoVadis und CDP verschärfen Anforderungen an Nachweise und Benchmarks.

Governance & Daten

Unternehmen mit integrierten Daten- & Governance-Strukturen kommen schneller mit Updates und Anforderungen klar.

EcoVadis misst Tempo, nicht nur Substanz

In der Beratungspraxis sehen wir regelmäßig: Unternehmen verlieren nicht, weil sie nichts tun, sondern weil sie nicht schneller sind als der Markt. EcoVadis ist kein Prüfstein für gute Absichten – sondern für organisationale Reife und Reaktionsfähigkeit.

Unsere Handlungsempfehlung

Nicht „Score halten“, sondern jährlich strukturell besser werden als die Peergroup.

Warum ESG-Ratings wirtschaftlich relevant sind

Die Relevanz von ESG-Ratings geht heute weit über Nachhaltigkeitskommunikation hinaus. Sie entfalten direkte ökonomische Wirkung auf drei Ebenen:

1. Marktzugang & Umsatzsicherung

In vielen Branchen (Automotive, Chemie, Industrie) sind Mindest-EcoVadis-Scores faktische Eintrittsvoraussetzungen für Ausschreibungen.

2. Finanzierung & Kapitalkosten

Studien von MSCI ESG Research und Deloitte zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen hohen ESG-Ratings und niedrigeren Eigen- und Fremdkapitalkosten.

3. Interne Effizienz & Steuerungsfähigkeit

Ratings erzwingen konsistente Datenmodelle, klare Verantwortlichkeiten und belastbare Prozesse – mit positiven Effekten weit über das Rating hinaus.

ROI von ESG-Ratings: Warum sich Investitionen früh rechnen

Der wirtschaftliche Nutzen von ESG-Ratings entsteht häufig nicht durch zusätzliche Umsätze, sondern durch vermeidene Verluste.

Ein typisches Praxisbeispiel:

Ein mittelständischer Zulieferer riskiert den Verlust von ≈ 2 Mio. € Jahresumsatz, wenn ein gefordertes EcoVadis-Mindest-Rating nicht erreicht wird.

Investitionen in ESG-Systeme, Datenqualität und Governance sind damit Risikomanagement, nicht Zusatzaufwand.

Welche ESG-Ratings sind strategisch relevant?

Nicht jedes Rating ist für jedes Unternehmen gleich wichtig. Entscheidend ist die Stakeholder-Logik.

Strategischer Fehler: Alle Ratings gleich behandeln.

Strategischer Ansatz: Ratings gezielt dort priorisieren, wo sie wirtschaftlich entscheiden.

Welche ESG-Ratings sind strategisch relevant?

ESG-Rating / System Inhaltlicher Fokus Hauptzielgruppe Typische Nutzung Teilnehmende Unternehmen
EcoVadis ESG- & Lieferkettenmanagement B2B-Kunden, Einkauf Lieferantenauswahl, Ausschreibungen ~49.000 (2024)
CDP Klima, Scope 1–3, Risiken Investoren, Banken, B2B Risiko- & Klimabewertung ~23.000 (2023)
Sustainalytics ESG-Risiken & Governance Kapitalmarkt Risikoscoring ~15.000 (2025)
B Corp Ganzheitliche Nachhaltigkeit Konsumenten, HR Marken- & Kulturpositionierung ~10.000 (2025)
Branchenspezifisch (z. B. TfS) Sektorale ESG-Anforderungen Großkunden, Branchenverbünde Pflichtstandards & Audits >50 Konzerne

Hinweis: Relevanz und Priorität der Ratings hängen stark von Branche, Kundenstruktur und Kapitalmarktzugang ab.

ESG-Rating-Management richtig aufsetzen: Integration statt Datensilos

Viele schwache Rating-Ergebnisse sind nicht fachlich begründet, sondern strukturell. ESG-Daten liegen häufig in isolierten Dateien, Zuständigkeiten sind unklar, Kennzahlen nicht konsistent.

Erfolgreiche Unternehmen verfolgen einen anderen Ansatz:

Sie integrieren ESG-Kennzahlen systematisch in bestehende Steuerungs- und Datenlandschaften – insbesondere Finance, Einkauf und Risikomanagement. Dadurch entstehen einheitliche Datenräume, die Reporting, Ratings und Management gleichermaßen bedienen.

Ein klar definiertes Governance-Modell ist dabei zentral:

  • Geschäftsführung bzw. CFO verantworten KPI-Konsistenz,
  • ESG-Leitung steuert Framework-Logik und Prioritäten,
  • Fachbereiche liefern belastbare Daten und Maßnahmen.

Wo diese Struktur greift, verbessern sich Rating-Ergebnisse, Prüfungssicherheit und Effizienz gleichzeitig.

Von der Integration zur Wertschöpfung

Mit zunehmender regulatorischer Harmonisierung – etwa durch die EU-Verordnung zu ESG-Rating-Aktivitäten und die ESRS-Weiterentwicklung – verschiebt sich der Fokus weiter von Dokumentation zu Steuerungsfähigkeit.

Unternehmen, die ESG-Daten heute vorausschauend als Teil ihrer Management-Architektur aufbauen, profitieren doppelt:

Sie reduzieren künftige Anpassungskosten und erhöhen ihre Fähigkeit, auf neue Anforderungen schnell zu reagieren.

ESG-Ratings werden damit zum Indikator organisationaler Anpassungsfähigkeit – und genau darin liegt ihr strategischer Wert.

Fazit

Wenn EcoVadis-Ratings schlechter werden, liegt das selten an fehlendem Engagement – sondern an fehlender struktureller Weiterentwicklung. Unternehmen, die ESG-Ratings aktiv steuern, sichern sich nicht nur bessere Scores, sondern dauerhaften Zugang zu Märkten, Kapital und Partnerschaften.

Wer nur reagiert, fällt zurück.

Wer integriert, bleibt voraus.

WieEcoVadis & CDP steuern statt zu bestehen

EcoVadis & CDP Rating gezielt verbessern

Nachhaltigkeitsratings wie EcoVadis und CDP sind heute strategische Steuerungsinstrumente. Wir unterstützen Sie dabei, diese Ratings systematisch zu verbessern – datenbasiert, prüfungssicher und wirtschaftlich wirksam.

FAQ – EcoVadis & ESG-Ratings

Häufige Fragen zu EcoVadis & ESG-Ratings

Wenn die Peergroup schneller wächst als du, sinkt dein relatives Perzentil – selbst bei stabiler Leistung.

Nein. Entscheidend ist, ob deine Datenmodelle, Governance und Prozesse mit steigenden Benchmarks Schritt halten.

Nein. EcoVadis adressiert primär Lieferketten & Einkaufsanforderungen, CDP konzentriert sich stärker auf Klimarisiken und Kapitalmarkt.

Erste Effekte lassen sich oft innerhalb von 6–12 Monaten sehen; strukturelle Exzellenz braucht länger.

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Berg im Hintergrund - Symbolbild von Five Glaciers Consulting für Kontaktseite

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