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Der SBTi Net Zero Standard: Ihr Leitfaden für nachhaltige Unternehmensziele und Klimaneutralität

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18.11.2025

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Klimamanagement

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Best Practices

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Wie Unternehmen wissenschaftsbasierte Klimaziele wirksam umsetzen

Die Science Based Targets initiative (SBTi) ist der internationale Referenzrahmen für wissenschaftsbasierte Klimaziele von Unternehmen. Sie definiert, wie Emissionsreduktionen mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar sind – und stellt klare Anforderungen an Scope-Abdeckung, Reduktionspfade und Governance. Dieser Artikel zeigt, wie SBTi funktioniert, welche Anforderungen gelten, wo Unternehmen typischerweise scheitern – und wie eine erfolgreiche Umsetzung in der Praxis aussieht.

In einer Welt, in der Klimawandel und Umweltbewusstsein zunehmend im Fokus stehen, wird es für Unternehmen unerlässlich, klare Nachhaltigkeitsziele zu definieren und aktiv an deren Umsetzung zu arbeiten. Der SBTi Net Zero Standard bietet einen umfassenden Rahmen, der Unternehmen dabei unterstützt, ihre Klimaneutralitätsziele strategisch zu formulieren und zu erreichen. Dieser Leitfaden ist nicht nur ein Dokument, sondern ein wertvolles Werkzeug, um die eigene ökologische Fußabdruck zu minimieren und einen positiven Einfluss auf die Umwelt auszuüben. Entdecken Sie, wie Sie mit Hilfe des SBTi Standards Ihre Unternehmensziele nachhaltiger gestalten und damit nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch Ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Tauchen Sie ein in das Thema und erfahren Sie, wie Sie proaktiv und effektiv auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren können.

Was ist die Science Based Targets Initiative (SBTi)?

Die Science Based Targets Initiative ist eine globale Partnerschaft aus Umwelt- und Forschungsorganisationen, die Unternehmen dabei unterstützt, Emissionsreduktionsziele im Einklang mit der Klimawissenschaft festzulegen. SBTi-Ziele orientieren sich an den Erkenntnissen des IPCC und operationalisieren das Pariser Abkommen für die Unternehmenspraxis.

Zentral ist dabei der Anspruch, dass Klimaziele nicht politisch oder willkürlich definiert werden, sondern wissenschaftlich begründet, quantifizierbar und überprüfbar sind. Unternehmen, deren Ziele durch SBTi validiert werden, belegen damit, dass ihre Dekarbonisierungsstrategie kompatibel mit einer Begrenzung der globalen Erwärmung ist.

SBTi in Zahlen – strategische Orientierung

Wenige Kennzahlen, die zeigen, worauf es bei Zielsetzung und Umsetzung tatsächlich ankommt.

Scope-Abdeckung
>40 %

Ab diesem Anteil erwartet SBTi eine belastbare Integration von Scope-3-Emissionen.

Zielhorizonte
5–10 Jahre

Near-term Targets sind das zentrale Steuerungsinstrument – nicht das Fernziel allein.

Validierung
einmalig

Die Zielvalidierung ist ein Gate – Steuerung und Nachweise sind dauerhaft erforderlich.

Warum SBTi für Unternehmen strategisch relevant ist

SBTi ist längst kein reines Nachhaltigkeitslabel mehr. Für viele Unternehmen ist sie zu einem strategischen Referenzpunkt geworden – mit direkter Relevanz für Marktposition, Finanzierung und Risikomanagement.

Investoren, Banken und Ratingagenturen nutzen SBTi-Ziele zunehmend als Qualitätsindikator für Klimastrategien. Gleichzeitig verlangen Großkunden und öffentliche Auftraggeber glaubwürdige Nachweise, dass Emissionsziele nicht nur formuliert, sondern methodisch fundiert sind. Unternehmen ohne SBTi-konforme Ziele geraten dadurch strukturell unter Druck – unabhängig von ihren tatsächlichen Ambitionen.

Wie ambitioniert sind SBTi-Ziele?

Einordnung nach 1,5 °C, well-below 2 °C und 2 °C

Ein zentrales Merkmal der SBTi ist die temperaturbasierte Klassifizierung von Emissionszielen. Sie macht sichtbar, inwieweit Unternehmensziele tatsächlich mit den globalen Klimazielen vereinbar sind.

SBTi Market Snapshot

Temperatur-Ausrichtung genehmigter SBTi-Ziele

Der Markt bewegt sich klar in Richtung 1,5-Grad-Ambition.

1,5 °C

Implikation: Der Markt bewegt sich klar in Richtung 1,5-Grad-Ambition. Unternehmen mit weniger ambitionierten Zielen laufen Gefahr, relativ an Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Die zentralen Anforderungen des SBTi Net-Zero Standards

Der SBTi Net-Zero Standard definiert erstmals verbindlich, was „Net Zero“ für Unternehmen konkret bedeutet. Zentrale Elemente sind:

  • Umfassende Scope-Abdeckung:
  • Scope 1 und 2 sind verpflichtend; Scope 3 muss einbezogen werden, wenn er >40 % der Gesamtemissionen ausmacht (was in der Praxis fast immer der Fall ist).
  • Klare Zeithorizonte:
  • Kurz- und mittelfristige Ziele (5–10 Jahre) sowie langfristige Net-Zero-Ziele bis spätestens 2050.
  • Absolute Reduktionen:
  • Der Fokus liegt klar auf realen Emissionsminderungen, nicht auf Intensitätskennzahlen allein.
  • Neutralisation erst am Ende:
  • Kompensation darf nur für residuale Emissionen genutzt werden, nicht als Ersatz für Reduktionen.

Der SBTi-Prozess in der Praxis: Von Commitment bis Disclosure

Die Umsetzung von SBTi-Zielen folgt einem klaren, mehrstufigen Prozess. Erfolgreiche Unternehmen verstehen diesen Prozess nicht als einmalige Aufgabe, sondern als kontinuierlichen Steuerungskreislauf.

Der SBTi-Prozess – strukturiert und prüfungssicher

Der SBTi-Prozess folgt einer klaren Logik. Entscheidend ist, dass alle Schritte konsistent ineinandergreifen und organisatorisch verankert sind.

STEP 01

Commit

Formale Selbstverpflichtung, Scope-Abgrenzung und Governance-Setup.

STEP 02

Develop

Baseline, Reduktionspfade, Maßnahmen- und Investitionslogik.

STEP 03

Submit

Einreichung der Ziele inkl. Methodik, Annahmen und Scope-3-Ansatz.

STEP 04

Communicate

Externe Kommunikation mit klarer Abgrenzung von Ziel, Pfad und Annahmen.

STEP 05

Disclose

Jährliches Tracking, Governance, Audit-Trail und Fortschrittsnachweise.

Typische Herausforderungen bei der Umsetzung von SBTi-Zielen

In der Praxis scheitern SBTi-Vorhaben selten an fehlender Ambition, sondern an operativen und organisatorischen Engpässen. Besonders häufig sind:

  • unzureichende Scope-3-Datenqualität,
  • fehlende Verzahnung mit Investitions- und Beschaffungsentscheidungen,
  • unklare Governance zwischen Nachhaltigkeit, Finance und Fachbereichen.

Diese Herausforderungen lassen sich nicht durch zusätzliche Berichte lösen, sondern nur durch strukturelle Integration.

Was erfolgreiche Unternehmen anders machen (Best Practices)

Unternehmen mit robusten SBTi-Zielen verfolgen einen systematischen Ansatz. Sie nutzen die Zielsetzung nicht isoliert, sondern verankern sie in:

  • der strategischen Planung,
  • der Investitionsbewertung,
  • der Lieferantensteuerung,
  • und dem internen Performance-Management.

Entscheidend ist dabei die Fähigkeit, Klimaziele in operative Entscheidungslogik zu übersetzen – und regelmäßig anzupassen, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.

SBTi im Zusammenspiel mit CSRD, ESRS & Transition Plans

SBTi steht nicht im Widerspruch zu europäischen Berichtspflichten – im Gegenteil. Richtig aufgesetzt, bildet sie eine inhaltliche Grundlage für:

  • ESRS E1 (Klimaschutz),
  • Transition Plans nach CSRD,
  • klimabezogene Risiko- und Szenarioanalysen.

Unternehmen, die ihre SBTi-Ziele frühzeitig in ihre Daten- und Steuerungsarchitektur integrieren, reduzieren langfristig Komplexität, Anpassungsaufwand und Prüfungsrisiken.

Das Fazit

Die Science Based Targets Initiative ist kein Reporting-Standard, sondern ein strategisches Steuerungsinstrument. Unternehmen, die SBTi konsequent umsetzen, schaffen nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern auch langfristige Resilienz in einem zunehmend klimaregulatorischen Umfeld.

Sie benötigen Unterstützung?

SBTi strategisch umsetzen

Nicht nur validieren.

Wir helfen Unternehmen, SBTi-Ziele so aufzusetzen, dass sie steuerbar, integrierbar und anschlussfähig an CSRD & Transition Plans sind.

Mehr zur SBTi- & Climate-Strategy-Begleitung

FAQ: Science Based Targets Initiative (SBTi)

Häufige Fragen zur Science Based Targets Initiative

Was bedeutet „1,5-Grad-aligned“ konkret?

Ziele, deren Reduktionspfad mit einem globalen Emissionsbudget kompatibel ist, das die Erderwärmung auf 1,5 °C begrenzt.

Warum ist Scope 3 so oft der kritische Punkt?

Weil Scope 3 häufig den Großteil der Emissionen ausmacht, aber daten-, lieferketten- und governance-seitig komplex ist.

Reicht ein Net-Zero-Ziel ohne Near-Term-Targets?

Nein. Ohne kurzfristige Ziele fehlt die operative Steuerungswirkung.

Wie oft müssen SBTi-Ziele überprüft werden?

Mindestens jährlich im Rahmen des Fortschrittstrackings und bei wesentlichen strukturellen Änderungen.

Wie unterscheidet sich SBTi von CSRD?

SBTi definiert die Ziel- und Pfadlogik, CSRD verlangt Transparenz, Governance und Berichterstattung.

Sind Kompensationen zulässig?

Nur für verbleibende, nicht weiter reduzierbare Emissionen – nicht als Ersatz für Reduktionen.

Wie lange dauert eine valide SBTi-Umsetzung?

Abhängig von Datenreife und Scope-3-Komplexität häufig mehrere Monate.

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Berg im Hintergrund - Symbolbild von Five Glaciers Consulting für Kontaktseite

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