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CDP-Offenlegungszyklus: Neuerungen im Fragebogen, beim Scoring und bei den Fristen

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26.7.2026

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Governance & Regulatorik

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Stand: Juli 2026

Der CDP-Offenlegungszyklus geht in eine neue Runde – und er verändert sich spürbar. Für den aktuellen Zyklus hat CDP den Fragebogen erweitert, das Scoring nachgeschärft und feste Fristen gesetzt. Dieser Beitrag ordnet ein, was neu ist, welche Termine gelten und was Unternehmen jetzt konkret vorbereiten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Zyklus, ein integrierter Fragebogen: CDP bündelt Klima, Wälder, Wasser, Kunststoffe, Biodiversität und – neu – Ozean in einem Fragebogen.
  • Feste Fristen: Antwortfenster ab der Woche des 15. Juni 2026, Scoring-Deadline in der Woche des 14. September 2026, letzte Frist für unbewertete Antworten und Korrekturen in der Woche des 26. Oktober 2026.
  • Scoring bleibt fokussiert: Bewertet werden weiterhin nur Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit. Biodiversität, Kunststoffe und Ozean sind offenzulegen, aber unbewertet.
  • Mehr für den Mittelstand: Der SME-Fragebogen erlaubt jetzt eine A-Bewertung für den Klimateil – 2025 war bei SME B Schluss.
  • Anschluss an die EU-Berichtspflichten: Der Fragebogen ist an ISSB, ESRS und TNFD angelehnt; nach ESRS anerkannte Prüfungen der Treibhausgasdaten werden akzeptiert

Was ist der CDP-Offenlegungszyklus?

Der CDP-Offenlegungszyklus ist der jährliche Ablauf, in dem Unternehmen ihre Umweltdaten über CDP offenlegen: von der Veröffentlichung der Fragebögen im Frühjahr über das Antwortfenster im Sommer bis zur Bewertung und Score-Vergabe im Herbst. CDP betreibt dieses System seit dem Jahr 2000 als unabhängige Offenlegungsplattform (Quelle: CDP, Disclosure 2026).

Im Zyklus 2025 haben laut CDP über 23.100 Organisationen offengelegt, darunter mehr als 22.000 Unternehmen und über 4.400 Erstmelder. Für 2026 fordern die Capital-Markets-Signatare von CDP – über 540 Finanzinstitute mit mehr als 110 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen – mehr als 43.000 Organisationen zur Offenlegung auf. Wer die Grundlagen von Offenlegung, Bewertung und Fragebögen nachlesen möchte, findet sie in unserem Leitfaden „Was ist das CDP?“. Für die praktische Umsetzung begleiten wir Unternehmen im CDP-Rating.

Welche Fristen gelten im CDP-Zyklus 2026?

Das Antwortfenster öffnet in der Woche des 15. Juni 2026. Wer eine Bewertung erhalten will, muss bis zur Scoring-Deadline in der Woche des 14. September 2026 einreichen. Unbewertete Antworten und Korrekturen sind bis zur Woche des 26. Oktober 2026 möglich (Quelle: KPMG, April 2026).

CDP-Offenlegungszyklus 2026

Die wichtigsten Fristen und Meilensteine

Der CDP-Zyklus beginnt mit der Veröffentlichung von Fragebogen und Scoring-Methodik. Für bewertete Antworten ist insbesondere die Scoring-Deadline im September entscheidend.

Woche des 20. April 2026

Veröffentlichung von Fragebögen und Guidance.

Woche des 27. April 2026

Veröffentlichung der Scoring-Methodik.

Woche des 15. Juni 2026

Das Antwortfenster öffnet.

Woche des 14. September 2026

Scoring-Deadline für bewertete Antworten.

Woche des 26. Oktober 2026

Frist für unbewertete Antworten und Korrekturen.

Angaben nach Kalenderwoche. Für einen öffentlichen CDP-Score muss die Einreichung bis zur Scoring-Deadline abgeschlossen sein. Spätere Antworten können noch angenommen werden, werden jedoch nicht mehr bewertet.

Quelle: KPMG, „CDP releases 2026 questionnaires and deadlines“ (April 2026); CDP Disclosure 2026. Stand: Juli 2026. Darstellung: Five Glaciers Consulting.

Was ändert sich am CDP-Fragebogen?

Der Fragebogen 2026 erweitert die Themenbreite und lenkt Unternehmen gezielter zu den für sie relevanten Fragen. Neu sind erstmals Fragen zum Ozean, eine erweiterte Wald-Berichterstattung sowie überarbeitete Fragen zu Kunststoffen, Wassersicherheit und Klima – inklusive Abschnitten zu Anpassung und Resilienz (Quelle: KPMG, April 2026).

CDP-Fragebogen 2026

Welche Themen werden bewertet – und welche nicht?

CDP erweitert den Fragebogen 2026 um zusätzliche Themen. Ein öffentlicher Score wird jedoch weiterhin nur für Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit vergeben.

Bewertet: fließt in den CDP-Score ein

  • Klimawandel

    Einschließlich neuer beziehungsweise überarbeiteter Abschnitte zu Klimaanpassung und Resilienz.

  • Wälder

    2026 zusätzlich bewertet: Kakao, Kaffee und Kautschuk – ergänzend zu Rind, Palmöl, Soja und Holz.

  • Wassersicherheit

    Mit erweiterten Fragen zu Abwasser, Schadstoffen und wasserbezogenen Risiken.

Unbewertet: Offenlegung ohne eigenen Score

  • Biodiversität

    Offenlegung möglich beziehungsweise vorgesehen, jedoch ohne unmittelbare Wirkung auf den CDP-Score.

  • Kunststoffe

    Erweiterte Fragen zu Zielen, Produktion, Nutzung und Verpackungen.

  • Ozean – neu im Jahr 2026

    Erstmals in den Fragebogen integriert, mit besonderem Fokus auf Unternehmen aus Hochrisiko-Sektoren.

„Unbewertet“ bedeutet nicht, dass die Angaben strategisch irrelevant sind. CDP nutzt neue Themen häufig zunächst zur Datenerhebung und Marktentwicklung, bevor sie zu einem späteren Zeitpunkt in die Scoring-Logik aufgenommen werden.

Quelle: KPMG (April 2026); CDP Disclosure 2026. Scoring weiterhin auf Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit fokussiert. Stand: Juli 2026. Darstellung: Five Glaciers Consulting.

Bei den Wäldern ist die Bewertung um Kakao, Kaffee und Kautschuk erweitert worden – zusätzlich zu den bereits erfassten Rohstoffen Rind, Palmöl, Soja und Holz. Die Fragen zu entwaldungs- und umwandlungsfreien Zielen wurden an die Science Based Targets for Nature angeglichen.

Was ändert sich für KMU im SME-Fragebogen?

Für kleine und mittlere Unternehmen bleibt der SME-Fragebogen der schlankere Offenlegungsweg. Neu ist: Leistungsstarke Melder können im Klimateil jetzt eine SME-A-Bewertung erreichen – 2025 war bei SME B Schluss. Nutzbar ist der SME-Fragebogen für Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten und höchstens 250 Mio. US-Dollar Jahresumsatz (Quelle: KPMG, April 2026).

Zwei Punkte sind für die Planung wichtig: Die neuen SME-Module zu Wäldern und Wassersicherheit bleiben unbewertet, und RE100-Mitglieder sind – unabhängig von Größe und Umsatz – nicht mehr für den SME-Fragebogen zugelassen, da der vollständige Fragebogen die von RE100 benötigten Datenpunkte enthält. Für den strukturierten Aufbau der Datengrundlage lohnt sich der Blick auf die Corporate Carbon Footprint-Bilanzierung.

CDP – kurz erklärt

CDP (früher „Carbon Disclosure Project“) betreibt seit 2000 ein unabhängiges Umwelt-Offenlegungssystem. Unternehmen legen über einen integrierten Fragebogen Daten zu Klima, Wäldern, Wasser, Kunststoffen, Biodiversität und Ozean offen. Für Klima, Wälder und Wasser vergibt CDP einen Score von A bis D–; die Spitzengruppe bildet die sogenannte A-Liste.

Wie hängt CDP mit CSRD und ESRS zusammen?

Der CDP-Fragebogen ist an die zentralen Rahmenwerke angelehnt: an die Standards des ISSB, die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und die TNFD. Für 2026 vertieft CDP die Anlehnung zusätzlich an TNFD, GRI, SBTN, das GHG Protocol und die Global Commitment on Plastics der Ellen MacArthur Foundation (Quelle: CDP, Framework Alignment).

Praktisch relevant: Eine Prüfung der Treibhausgasdaten, die nach den für die ESRS zugelassenen Standards erstellt wurde, wird von CDP anerkannt. Wer ohnehin an der CSRD-Berichterstattung arbeitet, kann Datengrundlage und Prüfnachweise doppelt nutzen. Die Details der einzelnen Standards ordnen wir in unserer Reihe zu den ESRS ein.

Was bedeutet das Scoring – und wie kommt man auf die A-Liste?

Bewertet werden im Zyklus 2026 weiterhin nur Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit, mit getrennten öffentlichen Scores je Thema. Biodiversität, Kunststoffe und Ozean bleiben unbewertet, ihre Daten werden aber von vielen Stakeholdern genutzt. Neue „Essential Criteria“ wurden nicht eingeführt (Quelle: KPMG, April 2026).

Wie sich der Score konkret zusammensetzt und welche Rolle die Essential Criteria für den Sprung auf die A-Liste spielen, haben wir im Detail aufbereitet: CDP-Scoring und Essential Criteria. Eine kompakte Einordnung von Offenlegung, Bewertung und Fragebögen bietet zudem Teil 2 unseres CDP-Leitfadens.

Unsere Einschätzung

Der aktuelle Zyklus bestätigt die Richtung: CDP wird breiter, aber nicht beliebig. Die Themen wachsen, das Scoring bleibt bewusst auf Klima, Wälder und Wasser konzentriert. Für Unternehmen heißt das, Aufwand und Wirkung zu trennen – Pflichtthemen mit Score-Relevanz zuerst, freiwillige Offenlegung dort, wo sie strategisch nützt.

Zwei Dinge sehen wir in Projekten immer wieder: Erstens entscheidet die Datengrundlage über das Ergebnis, nicht das Ausfüllen kurz vor der Deadline. Zweitens lohnt sich die Kopplung an die CSRD-Datenbasis – wer ESRS-konforme Zahlen und Prüfnachweise hat, reduziert Doppelarbeit bei CDP erheblich. Für den Mittelstand ist die neue SME-A-Option ein echtes Signal: Ambitionierte KMU können ihre Klimaleistung jetzt sichtbarer machen.

Fazit

Der CDP-Offenlegungszyklus wird umfangreicher, bleibt beim Scoring aber klar priorisiert. Wer die Fristen kennt, seine Datengrundlage an der CSRD ausrichtet und die score-relevanten Themen zuerst bearbeitet, geht den Zyklus effizient an – und der Mittelstand hat mit der neuen SME-A-Option erstmals mehr Spielraum, Klimaleistung sichtbar zu machen.

So unterstützt Five Glaciers Consulting

Wir begleiten Unternehmen von der Datengrundlage bis zur Einreichung und Bewertung – abgestimmt auf die CSRD-Berichterstattung. Mehr zu unserer Begleitung beim CDP-Rating oder sprechen Sie uns direkt an.

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FAQ · CDP DISCLOSURE 2026

Häufige Fragen zum CDP-Offenlegungszyklus 2026

Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Fristen, Scoring, Neuerungen des CDP-Fragebogens 2026 sowie den Zusammenhängen mit CSRD, ESRS und ISSB.

01 Wann ist die CDP-Frist im Offenlegungszyklus 2026?

Das Antwortfenster öffnet in der Woche des 15. Juni 2026. Die Scoring-Deadline liegt in der Woche des 14. September 2026. Unbewertete Einreichungen sowie Korrekturen sind anschließend noch bis zur Woche des 26. Oktober 2026 möglich.

02 Welche Themen fließen in den CDP-Score ein?

Bewertet werden ausschließlich die Themen Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit, jeweils mit einem eigenen öffentlichen CDP-Score. Die Themen Biodiversität, Kunststoffe und Ozeane werden zwar abgefragt, fließen 2026 jedoch noch nicht in die Bewertung ein.

03 Was ist neu am CDP-Fragebogen 2026?

Zu den wichtigsten Neuerungen zählen erstmals Fragen zum Ozean, eine erweiterte Wald-Offenlegung um Kakao, Kaffee und Kautschuk, überarbeitete Module zu Kunststoffen und Wasser sowie zusätzliche Fragen zu Anpassung und Resilienz innerhalb des Klimafragebogens.

04 Wer darf den CDP-SME-Fragebogen nutzen?

Der SME-Fragebogen richtet sich an Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitenden und höchstens 250 Mio. US-Dollar Jahresumsatz. Seit 2026 sind RE100-Mitglieder unabhängig von ihrer Unternehmensgröße ausgeschlossen und nutzen stattdessen den vollständigen CDP-Unternehmensfragebogen.

05 Kostet die Offenlegung über CDP etwas?

Ja. Vor der Einreichung fällt für Unternehmen — einschließlich KMU — eine CDP Admin Fee an. Für Städte, Regionen und Bundesländer wird diese Verwaltungsgebühr hingegen nicht erhoben.

06 Wie hängt CDP mit CSRD und ESRS zusammen?

Der CDP-Fragebogen orientiert sich mittlerweile eng an den Anforderungen von ISSB, ESRS und TNFD. Wird die Treibhausgasbilanz bereits nach einem ESRS-zugelassenen Prüfungsstandard verifiziert, erkennt CDP diese Prüfung an. Dadurch lässt sich der Aufwand für Unternehmen mit gleichzeitiger CSRD-Berichtspflicht deutlich reduzieren.

Quellen

  1. CDP: Disclosure 2026 – Hub-Seite mit Kennzahlen und Zyklus (abgerufen im Juli 2026) — https://www.cdp.net/en/disclosure-2026
  2. CDP: Alignment mit Rahmenwerken und Standards (abgerufen im Juli 2026) — https://www.cdp.net/en/about/framework-alignment
  3. KPMG: CDP releases 2026 questionnaires and deadlines (24. April 2026) — https://kpmg.com/us/en/frv/reference-library/2026/cdp-releases-2026-questionnaires-deadlines.html
  4. CDP: Key Changes to the 2026 Questionnaire (PDF, abgerufen im Juli 2026) — https://assets.ctfassets.net/v7uy4j80khf8/4nJknsPHADb8Titi2qH3WS/deec3c0416496b93ef2efbf985e7a414/Key_Changes_2026_Questionnaire.pdf
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