Veröffentlichung von Fragebögen und Guidance.
DATUM
26.7.2026
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Ratings & Zertifizierungen
Governance & Regulatorik
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Stand: Juli 2026
Der CDP-Offenlegungszyklus geht in eine neue Runde – und er verändert sich spürbar. Für den aktuellen Zyklus hat CDP den Fragebogen erweitert, das Scoring nachgeschärft und feste Fristen gesetzt. Dieser Beitrag ordnet ein, was neu ist, welche Termine gelten und was Unternehmen jetzt konkret vorbereiten sollten.
Der CDP-Offenlegungszyklus ist der jährliche Ablauf, in dem Unternehmen ihre Umweltdaten über CDP offenlegen: von der Veröffentlichung der Fragebögen im Frühjahr über das Antwortfenster im Sommer bis zur Bewertung und Score-Vergabe im Herbst. CDP betreibt dieses System seit dem Jahr 2000 als unabhängige Offenlegungsplattform (Quelle: CDP, Disclosure 2026).
Im Zyklus 2025 haben laut CDP über 23.100 Organisationen offengelegt, darunter mehr als 22.000 Unternehmen und über 4.400 Erstmelder. Für 2026 fordern die Capital-Markets-Signatare von CDP – über 540 Finanzinstitute mit mehr als 110 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen – mehr als 43.000 Organisationen zur Offenlegung auf. Wer die Grundlagen von Offenlegung, Bewertung und Fragebögen nachlesen möchte, findet sie in unserem Leitfaden „Was ist das CDP?“. Für die praktische Umsetzung begleiten wir Unternehmen im CDP-Rating.
Das Antwortfenster öffnet in der Woche des 15. Juni 2026. Wer eine Bewertung erhalten will, muss bis zur Scoring-Deadline in der Woche des 14. September 2026 einreichen. Unbewertete Antworten und Korrekturen sind bis zur Woche des 26. Oktober 2026 möglich (Quelle: KPMG, April 2026).
Der Fragebogen 2026 erweitert die Themenbreite und lenkt Unternehmen gezielter zu den für sie relevanten Fragen. Neu sind erstmals Fragen zum Ozean, eine erweiterte Wald-Berichterstattung sowie überarbeitete Fragen zu Kunststoffen, Wassersicherheit und Klima – inklusive Abschnitten zu Anpassung und Resilienz (Quelle: KPMG, April 2026).
Bei den Wäldern ist die Bewertung um Kakao, Kaffee und Kautschuk erweitert worden – zusätzlich zu den bereits erfassten Rohstoffen Rind, Palmöl, Soja und Holz. Die Fragen zu entwaldungs- und umwandlungsfreien Zielen wurden an die Science Based Targets for Nature angeglichen.
Für kleine und mittlere Unternehmen bleibt der SME-Fragebogen der schlankere Offenlegungsweg. Neu ist: Leistungsstarke Melder können im Klimateil jetzt eine SME-A-Bewertung erreichen – 2025 war bei SME B Schluss. Nutzbar ist der SME-Fragebogen für Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten und höchstens 250 Mio. US-Dollar Jahresumsatz (Quelle: KPMG, April 2026).
Zwei Punkte sind für die Planung wichtig: Die neuen SME-Module zu Wäldern und Wassersicherheit bleiben unbewertet, und RE100-Mitglieder sind – unabhängig von Größe und Umsatz – nicht mehr für den SME-Fragebogen zugelassen, da der vollständige Fragebogen die von RE100 benötigten Datenpunkte enthält. Für den strukturierten Aufbau der Datengrundlage lohnt sich der Blick auf die Corporate Carbon Footprint-Bilanzierung.
CDP – kurz erklärt
CDP (früher „Carbon Disclosure Project“) betreibt seit 2000 ein unabhängiges Umwelt-Offenlegungssystem. Unternehmen legen über einen integrierten Fragebogen Daten zu Klima, Wäldern, Wasser, Kunststoffen, Biodiversität und Ozean offen. Für Klima, Wälder und Wasser vergibt CDP einen Score von A bis D–; die Spitzengruppe bildet die sogenannte A-Liste.
Der CDP-Fragebogen ist an die zentralen Rahmenwerke angelehnt: an die Standards des ISSB, die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und die TNFD. Für 2026 vertieft CDP die Anlehnung zusätzlich an TNFD, GRI, SBTN, das GHG Protocol und die Global Commitment on Plastics der Ellen MacArthur Foundation (Quelle: CDP, Framework Alignment).
Praktisch relevant: Eine Prüfung der Treibhausgasdaten, die nach den für die ESRS zugelassenen Standards erstellt wurde, wird von CDP anerkannt. Wer ohnehin an der CSRD-Berichterstattung arbeitet, kann Datengrundlage und Prüfnachweise doppelt nutzen. Die Details der einzelnen Standards ordnen wir in unserer Reihe zu den ESRS ein.
Bewertet werden im Zyklus 2026 weiterhin nur Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit, mit getrennten öffentlichen Scores je Thema. Biodiversität, Kunststoffe und Ozean bleiben unbewertet, ihre Daten werden aber von vielen Stakeholdern genutzt. Neue „Essential Criteria“ wurden nicht eingeführt (Quelle: KPMG, April 2026).
Wie sich der Score konkret zusammensetzt und welche Rolle die Essential Criteria für den Sprung auf die A-Liste spielen, haben wir im Detail aufbereitet: CDP-Scoring und Essential Criteria. Eine kompakte Einordnung von Offenlegung, Bewertung und Fragebögen bietet zudem Teil 2 unseres CDP-Leitfadens.
Der aktuelle Zyklus bestätigt die Richtung: CDP wird breiter, aber nicht beliebig. Die Themen wachsen, das Scoring bleibt bewusst auf Klima, Wälder und Wasser konzentriert. Für Unternehmen heißt das, Aufwand und Wirkung zu trennen – Pflichtthemen mit Score-Relevanz zuerst, freiwillige Offenlegung dort, wo sie strategisch nützt.
Zwei Dinge sehen wir in Projekten immer wieder: Erstens entscheidet die Datengrundlage über das Ergebnis, nicht das Ausfüllen kurz vor der Deadline. Zweitens lohnt sich die Kopplung an die CSRD-Datenbasis – wer ESRS-konforme Zahlen und Prüfnachweise hat, reduziert Doppelarbeit bei CDP erheblich. Für den Mittelstand ist die neue SME-A-Option ein echtes Signal: Ambitionierte KMU können ihre Klimaleistung jetzt sichtbarer machen.
Der CDP-Offenlegungszyklus wird umfangreicher, bleibt beim Scoring aber klar priorisiert. Wer die Fristen kennt, seine Datengrundlage an der CSRD ausrichtet und die score-relevanten Themen zuerst bearbeitet, geht den Zyklus effizient an – und der Mittelstand hat mit der neuen SME-A-Option erstmals mehr Spielraum, Klimaleistung sichtbar zu machen.
Wir begleiten Unternehmen von der Datengrundlage bis zur Einreichung und Bewertung – abgestimmt auf die CSRD-Berichterstattung. Mehr zu unserer Begleitung beim CDP-Rating oder sprechen Sie uns direkt an.

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