DATUM
7.10.2026
AUTOREN
THEMEN
Ratings & Zertifizierungen
Best Practices
SHARE

DATUM
7.10.2026
AUTOREN
THEMEN
Ratings & Zertifizierungen
Best Practices
SHARE
Five Glaciers Consulting hat im EcoVadis Rating die Platin-Medaille erreicht: mit 90 von 100 Punkten befinden wir uns im 99. Perzentilrang.
Die Scorecard wurde am 1. Oktober 2026 veröffentlicht und gilt für zwölf Monate.
Für Platin ist kein bestimmter Punktwert nötig, sondern ein Perzentilrang von 99 oder höher. EcoVadis vergibt die Medaille an das beste Prozent aller Unternehmen, die in den vorangegangenen zwölf Monaten bewertet wurden. Zusätzlich muss jedes der vier Themen mindestens 30 Punkte erreichen. Feste Punktschwellen publiziert EcoVadis seit der Umstellung 2024 bewusst nicht mehr, weil sie sich mit dem Feld verschieben.
Das ist der Grund, warum die im Netz kursierenden Korridore — 81 bis 100 für Platin, 73 bis 80 für Gold — mit Vorsicht zu lesen sind. Sie stammen nicht von EcoVadis, sondern sind aus veröffentlichten Scorecards zurückgerechnet. Als Orientierung taugen sie, als Zielwert nicht. Wer 2022 mit 57 Punkten Silber erreichte, liegt mit demselben Wert heute deutlich darunter.
Welche Schwellen und Vergaberegeln im Detail gelten, haben wir in unserem Beitrag zu EcoVadis-Medaillen und -Badges aufgearbeitet. Hier geht es um die Frage dahinter: wie die Punkte entstehen.
Five Glaciers Consulting erreicht im EcoVadis-Rating 90 von 100 Punkten. Die Themenwerte liegen bei 91 für Umwelt, 91 für Arbeits- und Menschenrechte und 86 für Ethik. Nachhaltige Beschaffung wurde in unserem Fall nicht bewertet. Auf Indikatorebene stehen Richtlinien und Berichterstattung bei 100, Maßnahmen und 360° Watch bei 75 — und Zertifizierungen bei 0.
Die Null steht in der Scorecard rot und trägt die Bewertung „Ungenügend“. Wir zeigen sie, weil sie die Realität vieler kleiner Unternehmen abbildet: Zertifizierungen kosten Geld und Personalzeit, die in einem Betrieb unserer Größe an anderer Stelle fehlen. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden und stattdessen in Richtlinien, Prozesse und Berichterstattung investiert.
EcoVadis bewertet nicht, wie viele Kästchen ein Unternehmen füllt, sondern gewichtet sieben Indikatorgruppen unterschiedlich stark. Zertifizierungen sind eine davon. Wer in den übrigen sechs vollständig belegt ist, kompensiert eine Lücke — vorausgesetzt, kein Thema fällt unter 30 Punkte.
Die sieben Indikatorgruppen im Überblick:
Die verbreitete Annahme im Mittelstand lautet: erst ISO 14001, dann lohnt sich EcoVadis. Unsere Scorecard widerlegt das. Was zählt, ist die Belegtiefe in den Gruppen, die tatsächlich Gewicht tragen — und das sind bei kleinen Unternehmen andere als bei Konzernen. Die Kosten einer ISO-Zertifizierung lassen sich dabei für kleine Unternehmen nicht seriös pauschalisieren. Sie hängen maßgeblich von der gewählten Zertifizierungsstelle ab, dazu von Standortzahl, Prozesskomplexität und dem Zustand der vorhandenen Dokumentation.Für EcoVadis-Punkte allein rechnet sich das selten.
Welche weiteren Kostenblöcke im EcoVadis-Prozess anfallen, haben wir im Überblick zu Methodik, Kosten und Alternativen zusammengestellt.
Nein. EcoVadis berechnet den Perzentilrang über alle bewerteten Unternehmen hinweg, ausdrücklich nicht je Branche und nicht je Größenklasse. Im Wortlaut des Anbieters: „The percentile rank is calculated across all companies in all industries, not per industry.“ Verglichen wird mit allen Unternehmen, die in den vorangegangenen zwölf Monaten eine Scorecard erhalten haben.
Ein Dienstleister mit zwanzig Beschäftigten konkurriert also um denselben Rang wie ein Industriekonzern mit eigener Nachhaltigkeitsabteilung. Das klingt unfair und ist es nicht ganz: EcoVadis gleicht über einen Größenfaktor aus, der kleinen Unternehmen zugutekommt und großen nicht. Die Begründung des Anbieters ist, dass große Unternehmen mehr Elemente eines Managementsystems umsetzen müssen, um dieselbe Leistung nachzuweisen. Hinzu kommt ein Länderfaktor, der Standorte in Niedrigrisikoländern begünstigt und Standorte in Hochrisikoländern belastet.
Das gehört zur ehrlichen Einordnung unseres Ergebnisses dazu. Ein relevanter Teil unserer 90 Punkte stammt aus diesen beiden Faktoren — wir sind ein Dienstleistungsunternehmen der Größenklasse XS mit einem Standort in Deutschland. Dieselben Indikatorwerte hätten bei einem großen Industrieunternehmen mit Standorten in mehreren Risikoländern deutlich weniger ergeben.
Wichtig ist die Abgrenzung zu den Benchmarks auf der EcoVadis-Plattform: Dort lässt sich sehr wohl nach Branche, Land und Unternehmensgröße vergleichen. Diese Benchmarks sind aber nicht die Grundlage der Medaillenvergabe. Diese Verwechslung ist die häufigste Fehldarstellung zum Thema. Welche Rolle der gewählte Bewertungsrahmen spielt, behandeln wir gesondert im Beitrag zu Gruppe, Einheit und Standort.
EcoVadis teilt Unternehmen nach Beschäftigtenzahl in vier Klassen ein und stellt für jede einen eigenen Fragebogen zusammen. Die kleinste Klasse umfasst Unternehmen mit bis zu 25 Beschäftigten, gerechnet in Vollzeitäquivalenten. Sie bekommen laut EcoVadis im Schnitt rund zehn Fragen — ein großes Industrieunternehmen deutlich mehr.
Drei Parameter bestimmen den Zuschnitt: Größe, Branche und Standort. Die Branchenzuordnung erfolgt über die UN-Klassifikation ISIC in der Revision 5, nicht über NACE. Aus dieser Kombination ergibt sich, welche der 21 Nachhaltigkeitskriterien überhaupt aktiviert werden. Ein Bürodienstleister wird zu Wasserverbrauch und Luftschadstoffen gar nicht erst gefragt, ein produzierendes Unternehmen sehr wohl.
Für die kleinste Klasse entfallen zwei Indikatorgruppen vollständig: die Unterstützung externer Initiativen und die Abdeckung über Standorte. Beim Thema Ethik entfällt zusätzlich die Berichterstattung. Das erklärt den leeren Eintrag in dieser Zeile unserer Scorecard.
Der praktische Schluss daraus: Ein kleines Unternehmen hat weniger Gelegenheiten, Punkte zu sammeln, aber auch weniger Angriffsfläche. Jede einzelne Antwort wiegt entsprechend schwerer. Wer bei wenigen Fragen zwei schwach belegt, verliert überproportional.
Die Null bei den Zertifizierungen ist aus unserer Sicht der ehrlichste Teil dieser Scorecard. Sie zeigt, dass EcoVadis nicht misst, wie viel ein Unternehmen ausgegeben hat, sondern wie belastbar es seine Praxis belegt.
Wir sehen in Projekten regelmäßig den umgekehrten Fall: Unternehmen mit mehreren Zertifikaten, deren Score trotzdem im Mittelfeld hängt, weil die Richtlinien dünn sind oder die Berichterstattung nichts hergibt. Zertifikate sind ein Nachweis unter mehreren. Sie ersetzen keine Systematik.
Aus Beratungssicht halten wir die Reihenfolge für entscheidend. Wer eine Medaille anstrebt, sollte zuerst klären, welche Indikatorgruppen für die eigene Größenklasse und Branche überhaupt aktiv sind, und dann dort investieren, wo das Gewicht liegt. Der umgekehrte Weg — erst zertifizieren, dann bewerten lassen — kostet mehr und bringt oft weniger. Genau diese Vorabklärung ist der erste Schritt in unserer Beratung zum EcoVadis-Rating.
Eine Einschränkung, die wir offen benennen: Unsere Ausgangslage als kleines Dienstleistungsunternehmen mit einem Standort in Deutschland ist vergleichsweise günstig. Weniger Standorte heißen weniger nachzuweisende Abdeckung, ein Bürobetrieb hat ein schmaleres Umweltprofil als ein Produktionsstandort. Das Ergebnis ist deshalb kein Beweis dafür, dass Platin für jeden erreichbar ist. Es ist ein Beleg dafür, dass die Punktelogik anders funktioniert, als die meisten annehmen.

Ratings & Zertifizierungen
Best Practices

Klimamanagement
Best Practices

Best Practices
Erfahrungen & Kommentare


Kontaktieren Sie uns für alle Anliegen und Fragen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Wir nehmen uns gerne Zeit für ein persönliches Treffen oder einen digitalen Kaffee.
Hauptsitz Hamburg
Tel.: +49 174 1305766
E-Mail: info@fiveglaciers.com
Zweigstelle Kiel
Tel.: +49 (0) 174 1305766
Direkte Terminbuchung